Leistungssteckbrief

Der Leistungssteckbrief enthält die wichtigsten Informationen zur Identifikation einer Verwaltungsleistung in Deutschland. Die Leistungssteckbriefe aller Leistungen werden im Leistungskatalog verwaltet und zusammengefasst.
Die Informationen des Leistungssteckbriefes werden zur Beantragung eines Leistungsschlüssels benötigt und im Rahmen des Leistungszuschnitts erfasst.
Bei Leistungen der Typen 1, 2 und 3 ist der Leistungssteckbrief bundesweit einheitlich, Leistungen der Typen 4 und 5 können regional unterschiedliche Leistungssteckbriefe haben.
Inhalt des Leistungssteckbriefs
Der Leistungssteckbrief setzt sich aus den im Folgenden beschriebenen Modulen zusammen.
Für alle Module wird als Beispiel der jeweilige Eintrag zur Leistung „Bergbau Anzeige von Bohrarbeiten Entgegennahme“ genannt.
Leistungsschlüssel
Der Leistungsschlüssel ist ein Modul des Leistungssteckbriefs. Mehr Informationen zur Modellierung finden Sie hier: Module - Leistungsschlüssel
Jede Verwaltungsleistung wird mit einem Leistungsschlüssel
versehen. Dieser 14 stellige „sprechende Schlüssel“ ist die individuelle
Kennung der entsprechenden Leistung.
Der Leistungsschlüssel besteht aus Instanz, Leistungsgruppierung, Leistungskennung, Verrichtungskennung und gegebenenfalls Verrichtungsdetail.
Mehr Informationen zum Leistungsschlüssel finden sie hier: Leistungsschlüssel
Beispiel:
| 99 | 020 | 036 | 261 | 000 |
|---|---|---|---|---|
| Bund | Bodenschutz | Bergbau Anzeige von Bohrarbeiten | Entgegennahme | — |
Leistungsgruppierung
Die Leistungsgruppierung bezeichnet das Fachgebiet der öffentlichen Verwaltung, dem die Leistung zugeordnet wird.
Die Leistungsgruppierung kann aus einer fertigen Codeliste ausgewählt werden: Link zur Codeliste
Verrichtungskennung
Die Verrichtungskennung einer Leistung beschreibt das Ergebnis des Verwaltungshandelns in Bezug auf einen Regelungsgegenstand.
Die Verrichtungskennung kann aus einer fertigen Codeliste ausgewählt werden: Link zur Codeliste
Leistungsbezeichnung (LB1)
Die Leistungsbezeichnung ist ein Modul der Leistungsbeschreibung. Mehr Informationen zur Modellierung finden Sie hier: Module - Leistungsbezeichnung
Die Leistungsbezeichnung (auch Leistungsbezeichnung 1) setzt sich gemäß der FIM-Systematik zusammen aus Leistungskennung, Verrichtungskennung und falls vorhanden Verrichtungsdetail.
Die Leistungsbezeichnung ist der eindeutige Name unter dem die Leistung im LeiKa zu finden ist.
Beispiel:
Bergbau Anzeige von Bohrarbeiten Entgegennahme
Leistungsbezeichnung 2 (LB2)
Die Leistungsbezeichnung 2 ist ein Modul der Leistungsbeschreibung. Mehr Informationen zur Modellierung finden Sie hier: Module - Leistungsbezeichnung 2
Die Leistungsbezeichnung 2 ist der Titel der Leistung in leicht verständlicher Sprache, der in den Verwaltungsportalen veröffentlicht wird. Sie wird aus Nutzendensicht formuliert – Was können die Nutzenden beantragen, anzeigen oder anmelden?
Beispiel:
Bohrungen in den Boden mit einer Länge von über 100 Metern melden
Leistungstypisierung
Die Leistungstypisierung ist ein Modul der Leistungsbeschreibung. Mehr Informationen zur Modellierung finden Sie hier: Module - Typisierung
Die Leistungstypisierung zeigt an welche Redaktionen und Systeme für die Bereitstellung der jeweiligen Informationen, insbesondere Lokalinformationen, zuständig sind. Sie codiert die Regelungs- und Vollzugszuständigkeiten für die jeweilige Leistung.
Mehr zum Thema Leistungstypisierung erfahren Sie hier: Leistungstypisierung
Beispiel:
Typ 3: Regelungskompetenz auf Bundesebene (Bundesaufsichtsverwaltung) – Vollzug durch Landesebene / Kommunalebene
Die Leistungstypisierung kann aus einer fertigen Codeliste ausgewählt werden: Link zur Codeliste
Begriffe im Kontext
Die Begriffe im Kontext sind ein Modul der Leistungsbeschreibung. Mehr Informationen zur Modellierung finden Sie hier: Module - Begriffe im Kontext
Die Begriffe im Kontext enthalten Stichworte, die das Auffinden der Leistung über Suchmaschinen erleichtern.
Beispiel:
Anzeigen, Pflichten, Bergrecht, Bergbaubetrieb, Bodenschätze, Gewinnen, Aufsuchung, Rohstoffe, Lagerstätte, Erdwärmesonde, Bodenschatz, Pflicht, Gewinnung, Bohrung, Bohranlage, EWS
Leistungstyp
Der Leistungstyp benennt den Detaillierungsgrad der Leistung. Es wird angegeben, ob es sich um ein
- Leistungsobjekt (LO),
- Leistungsobjekt mit Verrichtung (LOV) oder
- Leistungsobjekt mit Verrichtung und Detail (LOVD)
handelt.
Beispiel:
Leistungsobjekt mit Verrichtung (LOV)
SDG-Informationsbereiche
Die SDG-Informationsbereiche sind ein Modul der Leistungsbeschreibung. Mehr Informationen zur Modellierung finden Sie hier: Module - SDG-Informationsbereich
Die
europäische SDG-Verordnung
legt die Einrichtung eines einheitlichen digitalen Zugangstores fest, das Informationen über Rechte, Pflichten und Vorschriften aus dem Unionsrecht im Bereich Binnenmarkt für Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen zugänglich macht.
Diese Informationen werden in Anhang 1 der SDG-Verordnung in relevante Informationsbereiche eingeteilt, die sich in zwei übergreifende Kategorien einordnen lassen: Die „Informationsbereiche im Zusammenhang mit Bürgern“ umfassen beispielsweise die Themen Reisen, Wohnen und Arbeiten innerhalb der Union. Die „Informationsbereiche im Zusammenhang mit Unternehmen“ beinhalten Bereiche wie Unternehmensgründung, Arbeitnehmer und Waren.
Beispiel:
Erlangung von Lizenzen, Genehmigungen oder Zulassungen im Hinblick auf die Gründung und Führung eines Unternehmens
Die SDG-Informationsbereiche können aus einer fertigen Codeliste ausgewählt werden: Link zur Codeliste
Lagen Portalverbund
Die PV-Lagen sind ein Modul der Leistungsbeschreibung. Mehr Informationen zur Modellierung finden Sie hier: Module - Lagen Portalverbund
Das Modell der Portalverbund-Lagen (PV-Lagen) ist ein einheitliches Modell für Lebens- und Geschäftslagen, dass zur Harmonisierung der Navigations- und Such-Strukturen der Verwaltungsportale in Deutschland verwendet werden kann.
Mit Hilfe der Portalverbund-Lagen wird die Übersichtlichkeit der Portale für Nutzerinnen und Nutzer verbessert, können Verwaltungsleistungen leichter gefunden werden und steigt der Wiedererkennungswert unabhängig vom genutzten Verwaltungsportal.
Bespiel:
Tier-, Pflanzen- und Naturschutz (2130200)
Bauverfahren (2050500)
Die Portalverbund-Lagen können aus einer fertigen Codeliste ausgewählt werden: Link zur Codeliste
Einheitlicher Ansprechpartner
Die Information „Einheitlicher Ansprechpartner“ gibt an, ob eine Leistung über eine einheitliche Stelle im Sinne der §§ 71a-e Verwaltungsverfahrensgesetz (VwVfG) abgewickelt werden kann. Die einheitliche Stelle nimmt Anzeigen, Anträge, Willenserklärungen und Unterlagen entgegen und leitet sie unverzüglich an die für die Erbringung der Leistung zuständigen Behörden weiter.
Beispiel:
Nein
„Einheitlicher Ansprechpartner“ bezeichnet in diesem Fall nicht eine zentrale Servicestelle, die im Rahmen der EU-Verordnung zum Single Digital Gateway (SDG) eingerichtet wurde.
Mehr Informationen finden Sie hier: Glossar
Fachlich freigegeben am und durch
Die fachliche Freigabe ist ein Modul der Leistungsbeschreibung. Mehr Informationen zur Modellierung finden Sie hier: Module - fachlich freigegeben
Es gibt zwei Stufen der fachlichen Freigabe von FIM-Informationen:
Fachlich freigegeben (silber):
Der Silber-Status signalisiert, dass die fachliche Richtigkeit der FIM-Information von einer befugten Behörde auf Landes- oder kommunaler Ebene festgestellt wurde, jedoch unterhalb der Behörde, die für die jeweilige Rechtsgrundlage federführend ist. In der Praxis bedeutet dies oft, dass ein Landesministerium stellvertretend für ein Bundesministerium die fachliche Freigabe erteilt.
Fachlich freigegeben (gold):
Der Gold-Status bestätigt die höchste Qualitätssicherung einer FIM-Information. Hier wurde die fachliche Korrektheit von der für die Rechtsgrundlage federführenden Behörde – meist einem Ministerium auf Bundes- oder Landesebene – überprüft und bestätigt.
(Quelle)
Beispiel:
| Fachlich freigegeben am: | 17.08.2023 |
| Fachlich freigegeben durch: | Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz (MWVLW) |
Handlungsgrundlage
Die Handlungsgrundlagen sind ein Modul der Leistungsbeschreibung. Mehr Informationen zur Modellierung finden Sie hier: Module - Handlungsgrundlagen
Für jede Verwaltungsleistung gibt es eine oder mehrere Handlungsgrundlagen, die an dieser Stelle benannt und verlinkt werden. Handlungsgrundlagen sind beispielsweise Gesetze, Rechtsverordnungen, Verwaltungsvorschriften, Beschlüsse, Normen oder Standards.
Beispiel:
§ 127 Absatz 1 Bundesberggesetz (BBergG)
Ein Leistungssteckbrief besteht aus:
- einem Leistungsschlüssel, der die Leistung eindeutig identifiziert,
- einer Leistungsbezeichnung, die die Leistung gemäß FIM-Systematik benennt,
- einer Leistungsbezeichnung 2, die die Leistung in leicht verständlicher Sprache benennt,
- der Leistungstypisierung, die die Regelungs- und Vollzugszuständigkeiten angibt,
- Begriffen im Kontext, die das Auffinden der Leistung erleichtern,
- einem Leistungstyp, der den Detaillierungsgrad der Leistung angibt,
- SDG-Informationsbereichen, die die Leistung gemäß der SGD-Verordnung einordnen,
- PV-Lagen, die die Leistung verschiedenen Lebens- und Geschäftslagen zuordnen,
- Informationen über die Existenz eines einheitlichen Ansprechpartners,
- Informationen zum Freigabestatus und
- der Handlungsgrundlage der Leistung.