Zum Hauptinhalt springen

Leistungsschlüssel (LSL)

Der Leistungsschlüssel ist ein Modul der Leistungsbeschreibung. Mehr Informationen zur Modellierung finden Sie hier: Module - Leistungsschlüssel

 

Allgemeine Infos

Der Leistungsschlüssel ist das wichtigste Identifizierungsmerkmal einer Verwaltungsleistung in Deutschland.

Jede Verwaltungsleistung wird mit einem Leistungsschlüssel versehen. Dieser 14 stellige „sprechende Schlüssel“ ist die individuelle Kennung der entsprechenden Leistung.

Aufbau eines Leistungsschlüssels

Das Folgende Bild zeigt den Aufbau des Leistungsschlüssels.

Bild

Die einzelnen Bestandteile des Leistungsschlüssels werden im Folgenden genauer beschrieben:

Beispiel eines Leistungsschlüssels

„Erstzulassung eines Fahrzeugs Erteilung aus EU-Mitgliedstaat “

99036020001002
InstanzLGLKVKVD

Der Leistungsschlüssel besteht aus den folgenden Bestandteilen:

Instanz

99036020001002
InstanzLGLKVKVD

Die ersten beiden Ziffern des Leistungsschlüssels bezeichnen die Instanz der damit verbundenen Leistung. Die Nummern codieren die Bundesländer nach dem Amtlichen Gemeindeschlüssel (AGS). Die „99 “kennzeichnet Leistungsschlüssel des Bundes.

Leistungsgruppierung (LG)

99036020001002
InstanzLGLKVKVD

Eine Leistung wird genau einem Fachgebiet der öffentlichen Verwaltung zugeordnet. Diese Einteilung wird als „Leistungsgruppierung “(LG) bezeichnet.

LGBezeichnung
......
035Ehrungen
036Fahrzeugzulassung
037Eichrecht
......

Die Leistungsgruppierung wird als dreistellige Zahl in den Stellen 3 bis 5 des Leistungsschlüssels angegeben.

Die Leistungsgruppierung ist nicht in der Leistungsbezeichnung (dem Namen der Leistung) enthalten.

Die Auswahl der Leistungsgruppierung ist Bestandteil des Leistungszuschnitts und wird im Redaktionssystem des FIM-Bausteins Leistungen (LeiKa) im Leistungssteckbrief gepflegt.

Praxis-Tipp

Die Leistungsgruppierung kann aus einer fertigen Codeliste ausgewählt werden: Link zur Codeliste

Leistungskennung (LK)

99036020001002
InstanzLGLKVKVD

Innerhalb einer Leistungsgruppierung werden die verschiedenen Regelungsgegenstände der unterschiedlichen Leistungen fortlaufend nummeriert. Die entsprechende dreistellige Nummer ist an den Stellen 6 bis 8 des Leistungsschlüssels zu finden.

Die Leistungskennung ist in der Leistungsbezeichnung (dem Namen der Leistung) enthalten.

Beispiel:

99 036 020 001 002   Erstzulassung eines Fahrzeugs Erteilung aus EU-Mitgliedstaat

Verrichtungskennung (VK)

99036020001002
InstanzLGLKVKVD

Die Verrichtungskennung einer Leistung beschreibt das Ergebnis des Verwaltungshandelns in Bezug auf einen Regelungsgegenstand.

Zu einem Regelungsgegenstand kann es mehrere Verrichtungen geben. Die Verrichtungskennung ist in der Leistungsbezeichnung (dem Namen der Leistung) enthalten.

Beispiel:

99 036 020 001 000   Erstzulassung eines Fahrzeugs Erteilung
99 036 036 040 000   Kurzzeitkennzeichen Ausgabe
99 036 036 069 000   Kurzzeitkennzeichen Zuteilung

Beim Leistungszuschnitt wird die Verrichtungskennnung aus einer vorgegebenen Liste ausgewählt. Jede Verrichtungskennung ist mit einem dreistelligen Code versehen der an den Stellen 9 bis 11 im Leistungsschlüssel zu finden ist.

Praxis-Tipp

Die Leistungsgruppierung kann aus einer fertigen Codeliste ausgewählt werden: Link zur Codeliste

Verrichtungsdetail (VD)

99036020001002
InstanzLGLKVKVD

Wenn eine Verrichtung eines Regelungsgegenstandes mehrere unterschiedliche Ausprägungen annehmen kann, werden diese Varianten fortlaufend nummeriert.

Die Entsprechende dreistellige Zahl ist an den Stellen 12 bis 14 im Leistungsschlüssel zu finden.

Beispiel:

99 036 020 001 001   Erstzulassung eines Fahrzeugs Erteilung aus Drittstaat
99 036 020 001 002   Erstzulassung eines Fahrzeugs Erteilung aus EU-Mitgliedstaat

Achtung

Eine Leistung hat entweder keine oder mindestens zwei Verrichtungsdetails.

Leistungen mit nur einem Verrichtungsdetail kann es per Definitionem nicht geben.

Detaillierungsgrad

Ein klar definierter Detaillierungsgrad im Leistungsschlüssel ermöglicht eine bedarfsgerechte und konsistente Aufbereitung von Leistungen – von einer groben Übersicht bis hin zur detaillierten Beschreibung einzelner Verwaltungshandlungen. Diese Flexibilität ist entscheidend, um Leistungen in unterschiedlichen Nutzungskontexten einheitlich darstellen zu können. Dazu gehören beispielsweise eine Containerstruktur in Navigationssystemen oder ein spezifischer Eintrag in einem Behördenverzeichnis.

Gleichzeitig bildet der Detaillierungsgrad die Grundlage für eine präzise Klassifikation bis hin zur maschinenlesbaren Weiterverarbeitung von Leistungsinformationen. Im Zuge der Digitalisierung von Verwaltungsleistungen ist dies insbesondere für interoperable IT-Systeme und automatisierte Verwaltungsprozesse von Bedeutung. Durch die hierarchische Anordnung des Leistungsschlüssels kann klar definiert werden, auf welcher Ebene sich eine Leistung befindet und Systeme wie Register, Portale oder Backend-Komponenten können korrekt und verlässlich darauf zugreifen.

Der Detaillierungsgrad fördert damit nicht nur die nutzerzentrierte Darstellung, sondern unterstützt auch die föderale Skalierbarkeit, technische Anschlussfähigkeit und Automatisierung im Rahmen der Verwaltungsdigitalisierung.

Die Leistungsgruppierung und Leistungskennung einer Leistung bezeichnet man zusammen als Leistungsobjekt (LO).

Wird noch die Verrichtungskennung hinzugenommen spricht man von einem Leistungobjekt mit Verrichtung (LOV).

Bezieht man sich auf eine Leistung inklusive Verrichtungsdetail, wird die Bezeichnung Leistungsobjekt mit Verrichtung und Detail (LOVD) verwendet.

Alle nicht benötigten oder nicht betrachteten Stellen eines Leistungsschlüssels werden mit Nullen aufgefüllt:

ArtSchlüsselBezeichnung
LO99 036 020 000 000Erstzulassung eines Fahrzeugs
LOV99 036 020 001 000Erstzulassung eines Fahrzeugs Erteilung
LOVD99 036 020 001 001Erstzulassung eines Fahrzeugs Erteilung aus Drittstaat
Merke

Ein Leistungsschlüssel besteht aus:

  • einer Instanz die das jeweilige Bundesland (oder den Bund) kennzeichnet,
  • einer Leistungsgruppierung (LG) die das Fachgebiet eingrenzt,
  • einer Leistungskennung (LK) die den Regelungsgegenstand eindeutig kennzeichnet,
  • einer Verrichtungskennung (VK) die das Ergebnis des Verwaltungshandelns beschreibt
  • und gegebenenfalls einem Verrichtungsdetail (VD), das verschiedene Ausprägungen einer Leistung unterscheidet.

Leistungsschlüssel treten auf in Form von

  • Leistungsobjekten (LO),
  • Leistungsobjekten mit Verrichtung (LOV),
  • Leistungsobjekten mit Verrichtung und Detail (LOVD).
Weiterführende Informationen

Leistungsschlüssel werden im Rahmen des Leistungszuschnitts beantragt.
Mehr Informationen zum Leistungszuschnitt finden Sie hier: Leistungszuschnitt
Mehr Informationen zum Redaktionsprozess finden Sie hier: Redaktionsprozess