Konfigurationsparameter Logo am Objekt Onlinedienst
Hier wird der dritte ausgewählte Use Case im August vorgestellt. Dabei handelt es sich nicht um den einzigen bereitgestellten Use Case, sondern um einen ausgewählten Use Case mit konkreten Beispielen aus der Paxis. Der Anwendungsfall soll die Vorteile der 2.3.1 Version ebenso verständlich beschreiben, wie die Herausforderungen die sich eventuell bei dem Umstieg ergeben könnten.
Beschreibung des Use Cases
XZuFi 2.3.1 sieht gegenüber der Version 2.2. umfangreiche Erweiterungen im Kontext von Onlinediensten vor. Neben der Einführung von standardisierten EfA-Parametern, die über eine Codeliste definiert werden, wurde ein neuer Datentyp „Bild“ eingeführt, der eine verbesserte Übertragung von Logos für Onlinedienste ermöglicht. Eine prinzipielle Verpflichtung der Nutzung des Anwendungsfalls besteht grundsätzlich nicht. Wenn allerdings für eine Leistung ein EfA-Onlinedienst genutzt wird, der eine Bereitstellung des Logo im Sinne der standardisierten Vorgehensweise erwartet, sollte dies gepflegt sein.
Aus der XZuFi 2.3.1 Spezifikation, Seite 265:
- Ändere Onlinedienst.logoID in .logo vom Typ Bild
- Neue Klasse Bild mit Referenz auf Binärdaten und Angabe Bezeichnung,Beschreibung,Postion
- Neue Klasse Copyright
- Neue Klasse BilddateiReferenz
Darüber hinaus kann der Datentyp „Bild“ (siehe Seite 32, Spezifikation) auch für die Übertragung von Bildern zu Kontaktpersonen, Anschriften oder Organisationseinheiten sowie für Piktogramme genutzt werden. Der IT-Planungsrat hat sich in seinem Beschluss 2024/37 dafür ausgesprochen, dass die Verwendung von Variablen (Parametern) standardisiert und gleichartig für möglichst viele Dienste der öffentlichen Verwaltung erfolgen soll. Die standardisierte Vorgehensweise der EfA-Parametrisierung ist Teil des EfA-Prinzips und ist verbindlich zu nutzen. Ein Onlinedienstbereitsteller kann somit von der nachnutzenden Behörde im Standardvorgehen erwarten, dass diese ein Logo über das FIM-Landesredaktionssystem des jeweiligen Bundeslandes über den PVOG-Suchdienst zur Verfügung stellt.
Zielsetzung
Bei der Nachnutzung von EfA-Onlinediensten ist oftmals die Bereitstellung von Logos durch die nachnutzende Behörde erforderlich. Für die Speicherung der Dateien bieten die Betreiber von Onlinediensten hierfür dedizierte Selfservices an. Mit Beschluss 2024/37 hat der IT-Planungsrat die standardisierte Vorgehensweise der EfA-Parametrisierung als Teil des EfA-Prinzips erklärt. Diese sieht vor, dass nachnutzende Behörden die Konfigurationsparameter von EfA-Onlinediensten in dezentralen Systemen zur Verfügung stellen können. Bisher war es mit XZuFi 2.2 möglich, bereitstellende Systeme per Identifikator anzufragen, um Logos als Bilddateien abrufen zu können, insofern diese im FIM-Landesredaktionssystem gespeichert wurden. Von dieser Möglichkeit haben unter anderem Veraltungsportale Gebrauch gemacht, die am FIM-Landesredaktionssystem angebunden sind.
Mit XZuFi 2.3.1 ist es nun möglich, die Referenz zu einer Bilddatei per URL auf ein externes System herzustellen, um von dort aus den Abruf von Logos, Wappen o.ä. zu ermöglichen und darüber hinaus rechtliche Informationen zur Verwendung der Bilder zu erhalten. Das ist auch dann möglich, wenn die Dateien nicht im FIM-Landesredaktionssystem, sondern in anderen Systemen gepflegt werden.
Beispiel(e)
Das Land Schleswig-Holstein stellt nachnutzenden Behörden über den Marktplatz für EfA-Leistungen den EfA-Onlinedienst „Inbetriebnahme und Betrieb von Röntgeneinrichtungen und Störstrahlern“ zur Verfügung und nutzt ihn selbst nach:
Offene Klärungspunkte
1. Wie können bereits bestehende Parametrisierungslösungen weiterverwendet werden:
Für die Nachnutzung von Onlinediensten werden wie in dem aufgeführten Beispiel regionale Anpassungen in Systemen der Hersteller von Onlinediensten vorgehalten. Hierfür übermitteln nachnutzende Behörden bspw. Bilddateien, die in herstellerspezifischen Datenbanken gespeichert und von Onlinediensten während der Laufzeit genutzt werden. Mit der Einführung der Übertragung der Referenz auf eine Bilddatei steht den nachnutzenden Behörden die Möglichkeit zur Verfügung, eine URL als Referenz zum Bild (Logo) für den Onlinedienst im FIM-Redaktionssystem zu hinterlegen.
Bei der Übertragung von Bild-Referenzen muss geklärt werden, wo die referenzierte Datei bereitgestellt werden kann und ob der Onlinedienst eine URL verarbeiten kann. Im Rahmen der Migration von Onlinedienstparametern aus einer Dataport spezifischen Lösung in das Landesredaktionssystem testet aktuell Schleswig-Holstein die Ablage von Bilddateien in einem zentralen Repository von OpenCode. Gleichzeitig ist zu klären, inwiefern Onlinedienste in der Lage sind, eine URL als Referenz auf die Bilddatei aufzulösen, wenn sie bisher bspw. Base64 codierte Bilddateien verarbeitet haben. Hierfür ist eventuell eine Konvertierung notwendig. Im genannten Test-Beispiel wird beim Aufruf der URL die Konvertierung direkt vorgenommen und eine Bilddatei zurückgeliefert.
Ausschnitt aus der Test-XML-Datei im Demosystem des PVOG bei der Übertragung mit XZuFi 2.2 (das System ist noch nicht auf XZuFi 2.3.1 umgestellt) als parameter:
Beim Aufruf der URL wird das Logo des Amts Arensharde zurückgeliefert. Der Einsatz eines Konverters ist ggf. aus Sicherheitsgründen (Base64 Codierung) und auf Schutzrechte bzgl. der Verarbeitung von Bilddateien zu klären.
Maßnahme in Bearbeitung: Prüfung der Übertragung einer URL und einer Bilddatei, die beim Aufruf der URL initiiert wird.
Im konkreten Fall prüft das Dataport-Team von Jesaja (ZuFi-Service der OSI-Plattform) gemeinsam mit dem Land Schleswig-Holstein und dem Dienstleister für das Landesredaktionssystem Teleport, die Möglichkeit der Übertragung einer URL und die Übertragung einer Bilddatei, die beim Aufruf der URL initiiert wird. Aktuell erfolgt die Übertragung als individueller Parameter. Die Umsetzung des XZuFi 2.3.1 Feature, dass eine Bildreferenz als Logo-Attribut des Onlinedienstes in URL-Format übertragen werden kann, wird durch den Hersteller des Landesredaktionssystem geprüft und wird nach Bedarf der Linie6Plus priorisiert. (Stand: 07.08.25)
2. Können Bilddateien, die in Redaktionssystemen bspw. als Base64-Dateien kodiert und gespeichert wurden, weiterhin verwendet werden?
Bisher gab es in verschiedenen FIM-Redaktionssystemen die Möglichkeit, Bilddateien direkt im Redaktionssystem hochzuladen, die aber nicht an das PVOG als Binärdatei übertragen werden konnten jedoch bei der Anbindung von Verwaltungsportalen insbesondere in Kommunen genutzt wurden. Hierfür werden proprietäre Schnittstellen des Redaktionssystems durch die Kommunen genutzt, die nicht XZuFi-konform sind. Es ist bspw. möglich, in den Zuständigkeitsfindern der Linie6Plus, ein Bild für den Onlinedienst zu hinterlegen, welches durch (kommunale) Verwaltungsportale abgerufen werden kann.
Das PVOG und angebundene Landesreaktionssysteme unterstützen die XZuFi-Nachrichtentypen „allgemein.anfrage|antwort.datei“ oder „transfer.operation“ nicht, um einen Aufruf am jeweiligen Redaktionssystem zu initiieren. Die direkte Übertragung von Binärdateien (Base64 codiert in der XML-Datei) von den Landesredaktionen an das PVOG würde zu einer massiven Steigerung der im PVOG zu speichernden Datenmenge führen, so dass diese Möglichkeit aktuell nicht verfolgt wird. Darüber hinaus existieren Sicherheitsbedenken, wenn Bilder Base64 codiert eingebettet in XML-Dateien übertragen werden.
Sollen Bilddateien als Referenz an das PVOG übertragen werden, so ist die Übertragung einer URL als Bild-Referenz mit XZuFi 2.3.1 möglich, so dass Konsumenten des PVOG diese URL abfragen können, um anschließend die Bilddatei aufrufen zu können. Möglicherweise ist eine Migration oder Konvertierung bestehender Dateibestände und perspektivisch die Pflege von Informationen zu Bildern wie Logo oder Wappen mit einer Referenz (URL) zur Bilddatei notwendig.
Diese Prüfung erfolgt aktuell Test basiert durch die Verantwortlichen des Zuständigkeitsfinders Schleswig-Holstein (ZuFiSH) gemeinsam mit dem Dataport-Team von Jesaja und Teleport im Rahmen der Migration von Daten in das Landesreaktionssystem. Die Nachnutzung des zu testenden Onlinedienstes betrifft weitere Bundesländer. (Stand: 07.08.25)
3. Ist die Pflege des Logos für einen EfA-Onlinedienst gemäß des IT-Planungsrat-Beschlusses 2024/37 dezentral durchzuführen, oder kann das Logo auch in einem zentralen System für EfA-Onlinedienste bereitgestellt werden?
Der IT-Planungsrat hat die FITKO gebeten, die notwendigen Weiterentwicklungen an den Produkten des IT-Planungsrats (FIM, PVOG, DVDV und FIT-Connect) einzuplanen, um die standardisierte Vorgehensweise der EfA-Parametrisierung zu unterstützen. Im Rahmen ihrer Verantwortlichkeit für die Koordinierung und Weiterentwicklung der EfA-Parametrisierung hat die FITKO das Vorhaben „EfA-Parametrisierung WIN“ zum 01.01.2025 aufgesetzt, in dem unter anderem Anforderungen an eine zentrale API für EfA-Onlinedienste erhoben werden. Diese sieht unter anderem Optimierungen für die Bereitstellenden von EfA-Onlinediensten (indirekt über FIT-Connect) vor, die aktuell die Schnittstelle des PVOG-Suchdienstes nutzen. Weiterhin wird durch das Vorhaben validiert, inwiefern eine zentrale Bereitstellung und Pflege von Parametern für einen EfA-Onlinedienst durch nachnutzende Behörden oder deren Dienstleister nach standardisierten Vorgaben der Onlinedienst-Bereitsteller zentral möglich ist. Ziel der Validierung ist es, ob neben der Pflege von Onlinedienst-Parametern in dezentralen FIM (Landes-)Redaktionssystemen eine zentrale Möglichkeit geschaffen werden soll, die aber auch Parameterwerte berücksichtigt, die bereits über Landesredaktionssysteme an das PVOG übertragen werden. (Stand: 07.08.25)
Weitere Informationen
technische Details
Die XZuFi 2.3.1 Spezifikation sieht vor, Dateien per Identifikator an Systemen, die den XZuFi-Standard entsprechend unterstützen, abrufen zu können. Der Identifikator dient als Referenz auf die Datei. Die Voraussetzung ist, dass die Schnittstelle des Systems die Nachrichtentypen unterstützt. Beispielsweise können Verwaltungsportale der Länder die Bilddateien, die in den Landesredaktionssystemen gespeichert werden, verwenden, in dem Sie diese per Identifikator abrufen.
Wenn wir von Identifikatoren sprechen, meinen wir damit einen in XZuFi verwendeten Datentyp. Dieser Datentyp dient der Abbildung von Identifikatoren bspw. zur Identifizierung von Bildern mittels einer Datei-Referenz per Datei-ID.
Wenn wir von Referenzierungen auf Bilddateien sprechen, meinen wir damit den Einsatz einer Datei-ID zur Referenzierung auf eine Bilddatei oder die Datei-URL als Angabe einer Bilddatei als Link