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Einführung in FIT-Connect

Willkommen im FIT-Connect-Dokumentationsportal der Föderalen IT-Kooperation (FITKO). Auf den folgenden Seiten möchten wir einen Überblick über die föderale Antragsdatenübermittlungsinfrastruktur FIT-Connect geben und die nötigen Schritte zur Anbindung von Onlinediensten und Fachverfahren an FIT-Connect beschreiben.

Was leistet FIT-Connect?

Bei der Implementierung von Online-Diensten müssen derzeit heterogene Antragsarchitekturen berücksichtigt werden, um die medienbruchfreie Übermittlung von Antragsdaten in die Fachverfahren der zuständigen Behörde sicherzustellen. Dabei muss zudem auf Basiskomponenten unterschiedlicher Verwaltungsebenen und Behörden zugegriffen werden (bspw. auf Payment- oder Nutzerkontenkomponenten). Zur Unterstützung von Verfahrensverantwortlichen bei der Umsetzung von Onlinediensten und der Anbindung von Fachverfahren steht mit FIT-Connect eine Infrastruktur zur Unterstützung der technischen Realisierung von Antragsprozessen zur Verfügung. Die entwickelte Lösung vereinfacht nicht nur den Datentransport von Onlinediensten zu Fachverfahren, sondern unterstützt auch bei Umsetzung weiterer, verfahrensunabhängiger Anforderungen wie z.B. der Zuständigkeitsermittlung, der Aushandlung von Fachdatenschemata und Rückkanaloptionen und der Übermittlung von Bezahlinformationen. FIT-Connect schafft dazu eine einheitliche Schnittstelle zur Anbindung von Onlinediensten an die zuständigen Fachverfahren aller föderalen Ebenen und bietet Lösungsverantwortlichen für Fachverfahren eine einfache Möglichkeit, ihre Software schnell und wirtschaftlich in länder- und ebenenübergreifende Antragsprozesse zu integrieren.

Zur Etablierung eines einheitlich hohen Sicherheitsniveaus für alle angebundenen Systeme wurde eine verschlüsselte Übertragung von Antragsdaten bereits in der Konzeptionsphase des Projekts nach dem Prinzip Security by Design vorgesehen und ist ein integraler Bestandteil von FIT-Connect. Bei der Übertragung von Antragsdaten über FIT-Connect kommt neben einer obligatorischen Transportverschlüsselung immer auch zwingend eine über Zertifikate aus der Verwaltungs-PKI (V-PKI) abgesicherte Inhaltsdatenverschlüsselung zum Einsatz. Dadurch wird ein Zugriff auf Inhaltsdaten durch die FIT-Connect-Infrastruktur technisch unmöglich. Werden Inhaltsdaten dabei bereits auf dem Endgerät der Verwaltungskunden verschlüsselt, kann im Antragskontext von einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung gesprochen werden.

Ziel von FIT-Connect ist, die bestehende föderale IT-Landschaft effektiver zu vernetzen. FIT-Connect kombiniert dazu bestehende Produkte und Standards des IT-Planungsrates bedarfsgerecht und zielt auf die ganzheitliche Betrachtung aller Schritte der Antragstellung im Rahmen des Onlinezugangsgesetzes. Durch die Vereinheitlichung und Dokumentation von Prozessschritten der Antragsstellung senkt FIT-Connect die Umsetzungsaufwände für zukünftige Digitalisierungsvorhaben. Herausfordernde Problemstellungen wie z.B. das Antragsrouting werden einmal bearbeitet; entwickelte Lösungen werden allen Verfahrensverantwortlichen zur Verfügung gestellt.

Weitere Informationen zum Projekt FIT-Connect finden sich auf der Webseite der FITKO.

Wie kann FIT-Connect genutzt werden?

Die FIT-Connect-Schnittstellen sind als ein universelles Eingangstor für digitale Einreichungen an die Verwaltung ausgelegt. Die FIT-Connect-Infrastruktur bedient dabei 4 Hauptanwendungsfälle, die in der folgenden Grafik dargestellt sind:

Darstellung der Anwendungsfälle von FIT-Connect

Anwendungsfall 1: Konfiguration von API-Clients und Zustellpunkten

Eine Registrierung von technischen Benutzern (API-Clients) und die Eröffnung von sogenannten Zustellpunkten für den Empfang von Anträgen oder Bescheiden ist über das FIT-Connect Self-Service-Portal möglich.

  • Sendende Systeme (bspw. Online-Antragsdienste) können nach der Konfiguration eines technischen Benutzers (API-Clients) Einreichungen an alle existierenden Zustellpunkte senden.
  • Empfangende Systeme (bspw. Fachverfahren) in den fachlich zuständigen Behörden können einen digitalen Zugang (Zustellpunkt) eröffnen und hierüber beliebige Einreichungen (Anträge, Berichtsmeldung, etc. ) erhalten. Für diese Zustellpunkte legen die zuständigen Stellen alle fachlichen Vorgaben (zulässige Fachstandards, Verschlüsselung, Datenformate, etc.) fest, damit eine medienbruchfreie Weiterverarbeitung in ihren Systemen gewährleistet ist. Jeder Zustellpunkt ist über eine sogenannte Destination-ID eindeutig identifizierbar.

Anwendungsfall 2: Abruf von Zuständigkeiten und Parametrisierungs-Informationen

Über den FIT-Connect Routingdienst können sendende Systeme auf Basis des Leistungs- und Ortsbezugs der Einreichung die fachlich zuständige Behörde und alle technischen Verbindungsparameter ermitteln. Um die richtigen Zustellpunkte für den jeweiligen Leistungskontext und die jeweilige Zuständigkeit zu finden, wird sendenden Systemen mit der Routing API hierzu eine entsprechende Schnittstelle bereitgestellt.

Um die Auffindbarkeit eines Zustellpunktes skalierbar auf allen föderalen Ebenen zu ermöglichen, werden die konfigurierten Zuständigkeitsinformationen zuvor durch die fachlich zuständige Behörde in einem an den Portalverbund angeschlossenen Landes- oder Bundes-Redaktionssystem des FIM-Bausteins Leistungen hinterlegt. Diese dezentral gepflegten Zuständigkeiten werden durch das Online-Gateway des Portalverbunds gebündelt. Fragt nun ein sendendes System über die Routing API an, ermittelt der FIT-Connect Routingdienst die Destination-ID des korrekten Zustellpunktes im Onlinegateway, ruft auf Basis dieser ID die technischen Verbindungsparameter im DVDV ab und gibt diese Informationen an das sendende System zurück (siehe Zusammenspiel der Infrastruktur bei der Übermittlung von Einreichungen​).

Anwendungsfall 3: Übermittlung von Einreichungen (Anträge oder Berichtsmeldungen)

Über den FIT-Connect Zustelldienst können sendende Systeme Einreichungen an die zuvor ermittelte fachlich zuständige Behörde senden.

Der Zustelldienst stellt hierfür die Submission API bereit. Sendende Systeme können sich über eine erfolgreiche Zustellung über ein Ereignisprotokoll (Event Log) informieren.

Die Vertraulichkeit der Übermittlung ist dank der obligatorischen Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für alle übermittelten Daten jederzeit gewährleistet. Die eingesetzte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung stellt sicher, dass auch die Betreiber der FIT-Connect-Infrastruktur zu keinem Zeitpunkt Zugriff auf die Inhalte der übermittelten Einreichungen erlangen können. Mit FIT-Connect ist eine Realisierung einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bis in den Browser oder das Endgerät der Antrag- oder Berichtssteller:in möglich.

Anwendungsfall 4: Abruf von Einreichungen (Anträge oder Berichtsmeldungen)

Empfangende Systeme werden durch den FIT-Connect Zustelldienst über eingegangene Einreichungen informiert. Anschließend können empfangende Systeme diese Einreichungen über die Submission API abrufen.

Nach dem Abruf ist der Versand einer Empfangsbestätigung über das Ereignisprotokoll möglich. So können empfangende Systeme den Eingang von Einreichungen nachweisbar bestätigen.

Für wen ist die föderale Antragsdatenübermittlungsinfrastruktur FIT-Connect gedacht und warum sollte ich sie nutzen?

Die FIT-Connect Submission API ist für alle Hersteller, Entwickler:innen und Verfahrensverantwortliche von sendenden und empfangenden Systemen gedacht. Insbesondere folgende Systeme mit bundesweiten Nutzungsszenarien sollen mit der FIT-Connect Submission API unterstützt werden:

  • Einer für alle (EfA)-Verfahren: Länderübergreifend entwickelte Antragsverfahren für eine bestimmte Verwaltungsleistung oder ein Leistungsbündel, die entweder in verschiedenen Ländern nachnutzbar oder länderübergreifend als gemeinsamer Antragsdienst für alle zuständigen Stellen betrieben werden.
  • Antragsgeneratoren / Antragsmanagementsysteme: Standardsoftware zur Umsetzung von direkt nutzbaren Online-Antragsdiensten, die im ganzen Bundesgebiet bei einzelnen Stellen oder Gebietskörperschaften (bspw. als Basiskomponente) im Einsatz sind.
  • Als Standardsoftware bereitgestellte Fachverfahrenssoftware, Prozessplattformen oder Dokumentenmanagementsysteme: Bundesweit angebotene und eingesetzte Standardsoftware, die von den zuständigen Stellen für die Antragsbearbeitung eingesetzt wird.

Für diese Systeme bietet die FIT-Connect bei der schnellen und wirtschaftlichen Realisierung medienbruchfreier Antragsprozesse eine Reihe von Mehrwerten:

  • Plug and Play Anbindung an die föderale Antragsübermittlung: Durch die zentral bereitgestellten Schnittstellen (APIs) und die Nutzung der bestehenden Zuständigkeitsfinderinfrastruktur des Portalverbunds können Systeme schnell an eine föderale Antragsübermittlungsinfrastruktur angebunden werden, ohne eigene Infrastrukturen hierfür zu beauftragen oder aufzubauen.
  • Leichgewichtige APIs und Industriestandards: Die FIT-Connect-Schnittstellen bauen auf leichgewichtigen RESTful API-Ansätzen auf und nutzen verbreitete Industriestandards wie den OpenAPI-Spezifikationsstandard und das OAuth-2.0-Autorisierungsframework, sodass kein spezialisiertes Know-How oder proprietäre Softwarekomponenten für die Anbindung erforderlich sind.
  • Flexibilität in der Antragsübermittlung: Die FIT-Connect-Schnittstellen verbinden Flexibilität und Standardisierung. Während die FIT-Connect Submission API eine einheitliche Metadatenstruktur festlegt, um Einreichungen strukturiert zu verarbeiten, können beliebige Fachstandards und Anlagen übertragen werden. Auch die Übertragung von Einreichungen im PDF-Format ist möglich, solange für die Antragsdaten noch kein FIM-Schema vorhanden ist.
  • Nutzung bestehender Prozesse und Strukturen für die Pflege von Adressierungsinformationen: Langjährig erprobte Prozesse und Strukturen zur Pflege der Zuständigkeitsinformationen, können in den zuständigen Stellen beibehalten werden. Technische Adressierungsparameter werden über die gleichen Systeme und Prozesse gepflegt, die schon heute bei Informationen zu Anschriften, Rufnummern, E-Mail-Adressen oder Ansprechpartnern für Verwaltungsleistungen genutzt werden.
  • Machine2Machine Ready: Die FIT-Connect Submission API und die FIT-Connect Antragsübermittlungsarchitektur sind von Grund auf als offene API-Plattform konzipiert. Dadurch können auch verwaltungsexterne Antrags- und Berichtssysteme wie Drittsoftware oder Unternehmenssysteme direkt eingebunden werden, ohne das hierfür eine gesonderte Infrastruktur notwendig ist.

Wie unterscheidet sich FIT-Connect vom bisherigen XFall-Standard?

Die FIT-Connect Submission API baut auf den bisherigen Konzepten und Erfahrungen des bestehenden IT-Planungsrat-Standards XFall auf.

Die übergreifende Zielstellung des Standards XFall besteht darin, Anträge und Berichte, die aus vorgelagerten Systemen (bspw. Onlineantragsdienste, Fachportale oder Berichtssysteme) erstellt werden, in die unterschiedlichen Systeme der elektronischen Verfahrensbearbeitung (bspw. Fachverfahren, Dokumentenmanagementsystem oder Prozessplattformen) zu übergeben.

Bei der Entwicklung der Submission API wurden viele Konzepte des Moduls XFall-Container mit Hinblick auf die neuen Erfordernisse des Onlinezugangsgesetzes, der SDG-Verordnung sowie den Anforderungen digitaler Geschäftsmodelle weiterentwickelt. Technisch setzt die FIT-Connect Submission API auf einen leichtgewichtigen RESTful-Architekturstil und baut auf der föderalen Antragsübertragungsarchitektur von FIT-Connect auf. Bereitgestellt wird diese API durch einen zentral gemanagten Intermediär (FIT-Connect Zustelldienst), der für Nutzer:innen der API einen Aufbau eigener Infrastruktur unnötig macht.

Die Bausteinsammlung und systematische Vorgabe für die Übertragung von Fachdaten (Formularfelder und weiterer antragsspezifischer Inhalt) des Moduls XFall-Container wurde durch den FIM-Baustein Datenfelder aufgegriffen.

Ist die FIT-Connect Submission API nur für länder- und behördenübergreifende Antragskontexte gedacht?

Durch die einfache Anbindung und Nutzung bietet sich die Submission API auch dort an, wo das behördeneigene Antragsverfahren mit dem behördeneigenen Fachverfahren verbunden wird. Durch die Nutzung der Submission API werden diese Systeme standardisiert verbunden, ohne das die Behörde in Abhängigkeiten zu proprietären Technologien und Schnittstellen gerät. Dies ermöglicht es der Behörde, ihre Systeme auf beiden Seiten flexibel auszutauschen und weiterzuentwickeln, um somit auf neue technische Trends und Möglichkeit schnell zu reagieren.

Interoperabilität mit FIT-Connect

In welchem Stand befindet sich FIT-Connect Submission API und wann kann man diese nutzen?

Ein Zugang für interessierte Enwickler zur einer Testinfrastruktur ist seit August 2021 möglich. Um auf diese Testumgebung zuzugreifen, können interessierte Entwickler ihre Anwendungen das Self-Service-Portal vorab registrieren. Eine produktive Nutzung der FIT-Connect-Infrastruktur ist aktuell einem geschlossenen Kreis von Projektbeteiligten vorbehalten. Bei Interesse an der produktiven Nutzung von FIT-Connect, freuen wir uns über Ihre Kontaktaufnahme.

Zusammenspiel der Infrastruktur bei der Übermittlung von Einreichungen

Das Zusammenspiel der Infrastruktur-Komponenten, die bei FIT-Connect zum Einsatz kommen, ist in der folgenden Gesamtdarstellung der Architekturbausteine abgebildet:

Überblick über die FIT-Connect-Architektur