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Terminologie des Deutschland-Architekturmanagements

Pflege und Redaktionsprozess

Informationen zur Pflege und zum Redaktionsprozess der Terminologie finden sich im zugehörigen openCode-Repository. Änderungswünsche zu einzelnen Begriffen können hierangelegt werden.

A

Anwendungsarchitektur

Die Anwendungsarchitektur ist der Teil der Enterprise-Architektur, der die Anwendungssysteme einer Organisation, deren Funktionen, sowie die Beziehungen und Interaktionen dieser Systeme untereinander darstellt und gestaltet.


ArchiMate

ArchiMate ist eine einheitliche, grafische Sprache, mit der man Enterprise-Architekturen darstellen kann. Sie wird von der Open-Group entwickelt (die auch TOGAF verwalten).


Architektur

Die Architektur eines Systems beschäftigt sich mit dessen Grundkonzepten, verkörpert durch Eigenschaften und Beziehungen der Systemkomponenten untereinander und mit ihrer Umwelt sowie den Prinzipien des Systementwurfs und seiner Evolution.


Architekturprinzip

Architekturprinzipien sind Grundsätze für den Entwurf und die Entwicklung von Architekturen. Sie orientieren sich an den Zielen einer Organisation und helfen, Architekturentscheidungen systematisch und effizient zu treffen. Dadurch werden Entscheidungen beschleunigt, Fehlentscheidungen reduziert und wiederkehrende Grundsatzdiskussionen vermieden. Im Dialog der unterschiedlichen Akteure schaffen sie ein gemeinsames Verständnis über die Ausrichtung der Architektur und begünstigen einheitliche und nachvollziehbare Entscheidungsprozesse.


Architekturrichtlinie

Eine Architekturrichtlinie ist die Sammlung von Architekturprinzipien und anderen Architekturvorgaben, die für die Gestaltung und Implementierung von IT-Systemen anzuwenden sind. Die Architekturrichtlinie dient als zentrales Steuerungsinstrument der Architekturentwicklung und wird kontinuierlich weiterentwickelt, um sicherzustellen, dass die IT-Initiativen der Organisation den geltenden Vorgaben wie Standards, Architekturprinzipien, Referenzarchitekturen, Sicherheitsanforderungen usw. entsprechen.


Architekturvorgabe

Eine Architekturvorgabe definiert die spezifische Ausprägung eines Aspektes, der entsprechend des Verbindlichkeitsgrades verbindlich eingehalten wird.


B

Basis-IT

Die Basis-IT baut auf der IT-Infrastruktur auf und umfasst IT-Lösungen, die zum Betrieb von Basisdiensten benötigt werden.


Basisdienst

Ein Basisdienst ist ein grundlegender IT-Dienst, der die Bereitstellung von Fach- und Querschnittsdiensten unterstützt und auf Infrastrukturdiensten aufbaut.


Betriebshoheit

Die Betriebshoheit beschreibt alle Befugnisse, die für die dauerhafte Sicherstellung der vollumfänglichen Kontrolle und Steuerung von IT-Lösungen notwendig sind.


Betriebsumgebung

Eine Betriebsumgebung beschreibt die Umgebung, auf der die IT-Lösungen betrieben werden, die den Geschäfts- und Dienstzwecken dienen.


C

Cloud Computing

Cloud Computing ermöglicht über ein Netz den Zugriff auf einen geteilten Pool von konfigurierbaren Rechnerressourcen (z. B. Netze, Server, Speichersysteme, Anwendungen und Dienste), die mit einem geringen Managementaufwand sowie geringer Serviceprovider-Interaktion zur Verfügung gestellt werden können. Cloud Computing bildet die Alternative zur traditionellen On-Premises Nutzung von Rechnerressourcen, die lokal erfolgt und mit einem hohen Managementaufwand sowie intensiver Serviceprovider-Interaktion verbunden ist.


Continuous Delivery

Continuous Delivery ist ein Software-Engineering-Ansatz, bei dem Software in kurzen Zyklen produziert und die Freigabe zuverlässig und automatisiert erfolgt. Ziel ist es, Software schneller und häufiger zu erstellen, zu testen und freizugeben.


D

Daten

Mit Daten werden einzelne Werte innerhalb eines Datensatzes bezeichnet. In der Literatur wird unter Daten jedwede Art von Elementen verstanden, die durch einen Computer interpretierbar sind. Der Datenbegriff umfasst im Allgemeinen elektronisch und nicht-elektronisch gespeicherte Zustände und Wiedergaben von Sachverhalten. Die Interpretation von Daten schafft Informationen, deren gemeinsame Verknüpfung Wissen generiert.


Daten-Governance

Daten-Governance beschreibt die übergreifenden Rahmenbedingungen und organisatorischen Strukturen, die für das Datenmanagement und eine datenorientierte Verwaltung notwendig sind.


Datenmanagement

Das Datenmanagement umfasst alle Methoden und Maßnahmen, die sich mit der Erhebung, Verarbeitung, Qualität und Analyse von Daten beschäftigen.


Deutschland-Architektur

Die Deutschland-Architektur ist die Enterprise Architektur der deutschen Verwaltung und bildet einen kohärenten Ordnungsrahmen für die zielgerichtete Steuerung und systematische Beschreibung gemeinsamer Geschäftsfähigkeiten und ihre Unterstützung durch die IT in Bund, Ländern und Kommunen. Die D-Architektur gestaltet einen modularen und interoperablen Plattformansatz basierend auf den strategischen Zielen von Bund, Ländern und Kommunen . Sie deckt sowohl Ende-zu-Ende-Prozesse für Verwaltungsleistungen (für Verwaltungskunden) als auch verwaltungsinterne Prozesse (für Verwaltungsmitarbeitende) ab. Die Deutschland-Architektur regelt das Zusammenspiel der von ihr beschriebenen Bausteine untereinander als auch nach außen (mit externen Systemen/Bausteinen). Dazu gehört eine wirksame Steuerungsstruktur, um die Deutschland-Architektur auf Basis der strategischen Zielsetzungen kontinuierlich weiterzuentwickeln.


Deutschland-Stack

Der D-Stack realisiert Bausteine der D-Architektur in Lösungsarchitekturen und stellt ein souveränes Angebot von Infrastruktur und IT-Lösungen für die unmittelbare als auch die mittelbare Verwaltung in Bund, Ländern und Kommunen sowie den öffentlichen Sektor dar. Der D-Stack trägt zum modularen und interoperablen Plattformansatz der Deutschland-Architektur bei, indem er wiederverwendbare Lösungsbausteine bereitstellt, welche die Prinzipien der D-Architektur erfüllen und entsprechende Funktionalitäten bereitstellen sowie bundesweit integrierbar und interoperabel mit Externen (bspw. EU-Systeme) sind. Dazu gehört ein wirksames IT-Portfoliomanagement, um den D-Stack im Rahmen der Deutschland-Architektur und unter Berücksichtigung technologischer Innovationen bedarfsgerecht weiterzuentwickeln.


DevOps

Der Begriff DevOps ist von den englischen Worten Software Development und IT-Operations abgeleitet und beschreibt die enge Kollaboration der Entwicklung (Development) und des Betriebs (Operations). Dies soll zu einer effizienteren Software-Entwicklung führen, indem durch Automatisierung und Kooperation Qualität kontinuierlich analysiert wird und Produkte nutzungsorientierter und schneller (weiter-)entwickelt werden können.


Dienst (IT-Dienst)

Ein Dienst ist eine logische und konzeptionelle Einheit, die einen definierten Umfang an funktionalen Anforderungen erfüllt. Das Konzept des Dienstes wird zur Strukturierung des IT-Angebots genutzt. Es ist weiterhin dazu geeignet, Nachfrage auf einer groben Beschreibungsebene zu identifizieren, die bereits einen Abgleich mit dem IT-Angebot erlaubt.


Digitale Kollaboration

Digitale Kollaboration bezeichnet die kooperative Zusammenarbeit von Personen, die durch IT-Anwendungen realisiert wird. Die Verteilung von Informationen zur Kollaboration stellt ein zentrales Element dar.


Digitale Souveränität

Digitale Souveränität bezeichnet die Summe aller Fähigkeiten und Möglichkeiten von Individuen und Institutionen, ihre Rolle(n) in der digitalen Welt selbstständig, selbstbestimmt und sicher ausüben zu können.


Digitalisierung

Digitalisierung ist die Transformation und Umsetzung von Information und Kommunikation durch technische Systeme. Damit werden im Rahmen von Digitalisierung die geschäftlichen und methodischen Fähigkeiten durch Informations- und Kommunikationstechnik gestaltet.


E

E-Government

E-Government oder elektronische Behördendienste bezeichnen alle Prozesse der öffentlichen Willens- und Entscheidungsbildung in Politik, Staat und Verwaltung unter Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien.


Ende-zu-Ende-Digitalisierung

Eine Ende-zu-Ende-Digitalisierung beschreibt die vollständig digitale Umsetzung von Prozessketten ohne Medienbruch vom Prozessstart bis zum Prozessende. Dabei werden auch Kommunikation zwischen allen Akteuren und deren Beistellungspflichten digital erbracht.


F

Fach-IT

Die Fach-IT baut auf der IT-Infrastruktur und den Basisdiensten auf und umfasst IT-Lösungen, die zum Betrieb von Fachdiensten benötigt werden. Die Fach-IT beschreibt einen fachlogischen, eigenständigen und auf eine Behörde zugeschnittenen Anwendungsbereich.


Fachdienst

Ein Fachdienst ist ein IT-Dienst, der die Funktionalität für einen spezifischen Anwendungsbereich einer Behörde beschreibt. In Kontrast zu Querschnittsdiensten haben Fachdienste einen fachspezifischen Charakter.


Funktionalität

Eine Funktionalität beschreibt spezifische Leistungen oder Services, die eine Anwendung bereitstellt.


Funktionsbaustein

Ein Funktionsbaustein ist ein Bündel von zusammengehörigen Funktionalitäten, die gemeinsam durch ein oder mehrer IT-Systeme unterstützt werden sollen.


Fähigkeit

Eine Fähigkeit beschreibt ein definiertes, inhaltlich abgegrenztes, für die Entwicklung und Umsetzung einer föderalen IT-Strategie erforderliches Vermögen unabhängig von seiner konkreten Implementierung. Fähigkeiten sind untereinander überschneidungsfrei.


Fähigkeitenlandkarte

Eine Fähigkeitenlandkarte (Capability Map) ist ein visuelles Modell, das die Fähigkeiten einer Organisation übersichtlich darstellt. Sie zeigt was eine Organisation tun kann – nicht wie sie es tut.


G

Gemeinsame IT (des Bundes)

Die Informationstechnik der Bundesverwaltung, die von unterschiedlichen Bundesbehörden gemeinsam konzipiert, beschafft oder entwickelt und genutzt wird, wird als Gemeinsame IT des Bundes bezeichnet.


Geschäftsarchitektur

Die Geschäftsarchitektur (Business Architecture) ist der Teil der Enterprise-Architektur, der das Geschäftsmodell, die Struktur und die Arbeitsweise der Organisation abbildet.


Geschäftsereignis

Ein Ereignis kann seinen Ursprung innerhalb oder außerhalb einer Organisation haben. Prozesse können durch ein Ereignis ausgelöst oder unterbrochen werden. Außerdem können Prozesse Ereignisse auslösen, die wiederum andere Prozesse, Funktionen oder Interaktionen auslösen.


Geschäftsprozess

Eine Abfolge von Aktivitäten, mit denen ein bestimmtes Ergebnis erzielt wird, z. B. eine bestimmte Anzahl von Produkten oder Dienstleistungen. Ein Prozess beschreibt das interne Verhalten einer Organisation „von Ende zu Ende“, die Reihenfolge, in der Aktivitäten durchgeführt werden.


Geschäftsrolle

Die Verantwortung für die Ausführung eines bestimmten Handelns, die einem Arkteur oder einer Akteurin zugewiesen werden kann, oder die Rolle, die ein Akteur oder eine Akteurin bei einer bestimmten Tätigkeit oder einem bestimmten Ereignis spielt.


Governance

Mit einer Governance (einem Regelwerk) werden Regeln, Prozesse und Entscheidungsstrukturen festgelegt, damit klar ist, wer entscheidet, nach welchen Regeln entschieden wird, wie Verantwortung verteilt ist, ob Entscheidungen nachvollziehbar und regelkonform getroffen werden.


I

Informations- und Kommunikationstechnik (IKT)

Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) bezeichnet alle technischen Systeme, die der Erfassung, Verarbeitung, Speicherung, Übertragung und Darstellung von Informationen dienen sowie die Kommunikation zwischen Menschen, Maschinen oder Systemen ermöglichen.


Informationstechnik (IT)

Die Informationstechnik umfasst die technische (elektronische) Verarbeitung von Daten und Informationen. Dazu bedient sich Informationstechnik Software, Hardware und entsprechender Infrastrukturen sowie dazugehöriger Methoden und Arbeitsweisen für das Management und die Anwendung der technischen Informationssysteme.


Informationstechnik des Bundes (IT des Bundes)

Die Informationstechnik des Bundes umfasst alle informationstechnischen Bestandteile, die die Handlungsfähigkeit der Bundesverwaltung gewährleisten. Sie wird durch den Beauftragten der Bundesregierung für Informationstechnik und den IT-Rat politisch und strategisch gesteuert und soll den Service der Verwaltung verbessern, Innovationen fördern und die Effizienz der Verwaltung sicherstellen. Die Informationstechnik des Bundes umfasst üblicherweise auch Kommunikationstechnik und die Digitalisierungsaktivitäten. Die Informationstechnik des Bundes schließt die Verwaltungs-IT ein.


Infrastrukturdienst

Ein Infrastrukturdienst ist ein IT-Dienst, der Basis-, Fach- und Querschnittsdienste unterstützt, indem er technische Basisfunktionalitäten bereitstellt und der Entkopplung von der zugrunde liegenden technischen Infrastruktur der IT-Dienstleister dient.


Interoperabilität

Interoperabilität bezeichnet die Fähigkeit von unterschiedlichen IT-Lösungen nahtlos zu interagieren.


IT-Anwendung

Eine IT-Anwendung beschreibt eine IT-Lösung, die mit Anwendern kommuniziert und interagiert.


IT-Architektur

Eine IT-Architektur beschreibt, auf welcher technischen Basis IT-Lösungen zur Umsetzung der Anforderungen bereitgestellt werden.


IT-Dienstleistung

Eine IT-Dienstleistung beschreibt eine auf dem Einsatz der Informationstechnologie basierende Dienstleistung, die von einem Anbieter für Kunden zur Verfügung gestellt wird. Eine IT-Dienstleistung besteht aus Personen, Prozessen und Technologie, deren Umfang mit dem Kunden definiert wird.


IT-Infrastruktur

Eine IT-Infrastruktur umfasst alle materiellen Bestandteile, die für die Entwicklung und den Einsatz von IT-Lösungen erforderlich sind.


IT-Komponente

Eine IT-Komponente ist in der Softwarearchitektur eine eigenständig einsetzbare Einheit mit Schnittstellen nach außen, die Entwurf und Implementierung kapselt und mit anderen IT Komponenten verbunden werden kann. Sie ist sowohl fachlich als auch technisch unabhängig und besitzt eine gewisse Größe (im Sinne eines wirtschaftlichen Wertes).


IT-Landschaft

Im Rahmen dieser Architekturrichtlinie umfasst eine IT-Landschaft sämtliche IT-Lösungen, die im Kontext der verwaltungsspezifischen Aufgabenbewältigung genutzt werden.


IT-Lösung

Eine IT-Lösung stellt die informationstechnische Realisierung eines definierten Leistungsumfangs an IT-Unterstützung durch ein (technisches) System bestehend aus mehreren IT-Komponenten dar. Das IT-System wird synonym verwendet.


IT-Sourcing-Strategie

Eine IT-Sourcing-Strategie bezeichnet die strategische, detaillierte und auf die Aufgabenstellung zugeschnittene Planung von Rahmenbedingungen zur Beschaffung von externen IT-Lösungen und IT-Dienstleistungen.


IT-Standard

Ein Standard ist eine vergleichsweise einheitliche oder vereinheitlichte, von bestimmten Kreisen anerkannte und meist auch angewandte (oder zumindest angestrebte) Art und Weise, etwas herzustellen oder durchzuführen, die sich gegenüber anderen Arten und Weisen durchgesetzt hat. Im IT-Bereich greifen die öffentlichen Verwaltungen in Deutschland auf Normen und Standards zurück, die bereits am Markt etabliert sind. Dies geschieht u. a. aufgrund des Gebots der Wirtschaftlichkeit oder praktischer Erwägungen. Teilweise werden im Bereich der Verwaltung auch eigene IT-Standards, vor allem bei fachbezogenen Projekten oder Themen (z. B. die XÖV-Standards), entwickelt.


IT-Umgebung

Die IT-Umgebung modelliert eine Arbeits- und Interaktionsumgebung, in der verschiedene IT Komponenten, IT-Lösungen und IT-Dienstleistungen für die zweckmäßigen Bedarfe funktional adressiert werden.


IT-Verfahren

IT-Verfahren beschreiben spezifische IT-Anwendungen, die zur Bearbeitung regelmäßig anfallender strukturierter Prozesse zur Verfügung gestellt werden.


IT-Wirtschaft

Die IT-Wirtschaft umfasst Unternehmen, die Dienstleistungen, die auf dem Einsatz von Informationstechnologie basieren, anbieten.


K

Kollaborative Funktionalitat

Die kollaborative Funktionalität einer IT-Lösung ermöglicht die gemeinsame, ortsunabhängige und zeitgleiche Bearbeitung von Daten.


Kommunikationstechnik

Die Kommunikationstechnik umfasst die technische (elektronische) Verarbeitung von Kommunikation und Nachrichten. Dazu bedient sich Kommunikationstechnik Software, Hardware und entsprechender Infrastrukturen sowie dazugehöriger Methoden und Arbeitsweisen für das Management und die Anwendung der technischen Kommunikationssysteme.


L

Lose Kopplung

Die Lose Kopplung bezeichnet die Unabhängigkeit von Komponenten untereinander, wodurch Änderungen an einzelnen Komponenten einfacher durchgeführt werden können. (Diese Definition orientiert sich an der AV-03)


Lösung

Eine (IT-)Lösung ist eine konkrete technische Umsetzung von Funktionen eines oder mehrerer Funktionsbausteine.


Lösungsbaustein

Ein Lösungsbaustein ist ein Bündel von Funktionalitäten, die zusammen in eine zu entwickelnde, noch nicht existente Lösung fließen sollen. Ein Lösungsbaustein kann Anforderungen an seine Lösung definieren.


Lösungskandidat

Ein Lösungskandidat ist eine bestehende Technologie, ein bestehendes Produkt oder System oder ein bestehender Standard. Ein Lösungskandidat erfüllt wesentliche Funktionalitäten eines Funktionsbausteins. Dies wird in Modellen per Assoziation mit dem Lösungsbaustein oder der Lösung des Funktionsbausteins dargestellt. Ausgehend von assoziierten Lösungskandidaten wird geprüft, ob und wie diese in die Lösung integriert werden können.


Lösungslandkarte

Die Lösungslandkarte ist eine visuelle Übersicht aller geplanten oder bestehenden IT-Lösungen.


M

Markdown

Ist eine leicht lesbare und verständliche Auszeichnungssprache für Inhalt. Die Inhalte der Architekturrichtlinie werden in dieser Austeichnungssprache gepflegt.


Medienbruchfreiheit

Medienbruchfreiheit bedeutet in der Informationsverarbeitung, dass in der Übertragungskette eines Prozesses Daten bzw. Informationen nicht von einem auf ein weiteres/anderes Informationsmedium übertragen werden (müssen), z.B. von einem IT-System auf Papier.


Modul

Ein Modul bezeichnet eine IT-Komponente, die bei einer Modularisierung entsteht und somit die Eigenschaft der Modularität beinhaltet.


Modularisierung

Modularisierung stellt ein Prinzip dar, in der während der Entwicklung IT-Komponenten in eigenständige Bausteine gegliedert werden, die unabhängig nutzbar sind.


Modularität

Die Modularität bezieht sich auf die flexible Austauschbarkeit von IT-Komponenten und Anwendungen, sofern diese als Baustein eigenständig und unabhängig nutzbar sind.


Multi-Vendor-Strategie

Eine Multi-Vendor-Strategie beschreibt die strategische Beschaffung von IT-Dienstleistungen und IT Lösungen von mehr als einem Anbieter, um Abhängigkeiten zu vermeiden.


N

Nachrichtendienst-IT

Die Nachrichtendienst-IT umfasst IT-Lösungen, die für nachrichtendienstliche Zwecke im Kontext der Aufklärung, Informationsgewinnung und Überwachung sowie der dafür notwendigen Unterstützung bereitgestellt werden.


O

Open Source

Open Source bezeichnet frei zur Verfügung gestellte Inhalte mit dem Ziel der kollaborativen Weiterentwicklung sowie allgemeinen Nutzung. Open Source adressiert in diesem Zusammenhang die Transparenz, Meritokratie und Gemeinschaft als einzuhaltende Werte, die während der Entwicklung erfüllt werden sollten.


OZG-Rahmenarchitektur

Die OZG-Rahmenarchitektur ist ein föderales Vorhaben, das auf der Betrachtungsebene von Nutzendenreisen dazu dienen soll, bei der Erbringung von Verwaltungsleistungen notwendige, zu digitalisierende Funktionskomplexe zu identifizieren, zu beschreiben und in Zielbilder zu überführen. Dabei ist ein gemeinsames Verständnis von Begrifflichkeiten (Glossar) ebenso notwendig wie auch das Festlegen von Rahmenbedingungen (Architekturprinzipien, Architekturrichtlinien). In weiteren Schritten sind die Funktionskomplexe zu detaillieren und in konkrete Referenzarchitekturen mit dem Ziel zu überführen, Standardisierungsnotwendigkeiten zu erkennen und Lösungskorridore für die operative Umsetzung zu eröffnen.


P

Portfoliomanagement

Portfoliomanagement umfasst im IT-Kontext die ganzheitliche Steuerung aller IT‑Investitionen, Projekte, Anwendungen und Systeme eines Unternehmens.


Q

Quality of Service

Quality of Service bezeichnet die Erfüllung der Anforderungen an einen Kommunikationsdienst aus Nutzendensicht, um eine anwendungsgerechte Qualität sicherzustellen.


Qualitätssicherung

Unter Qualitätssicherung werden Methoden und Vorgehensweisen verstanden, die die Berücksichtigung und Einhaltung von vorher definierten Standards und deren Kriterien im Herstellungs- oder Pflegeprozess sicherstellen.


Qualitätsstandard

Qualitätsstandards sind definierte Vorgaben zur Herstellung oder Beschaffenheit eines Produkts oder zur Erbringung einer Dienstleistung.


Querschnitts-IT

Die Querschnitts-IT baut auf der IT-Infrastruktur und den Basisdiensten auf und umfasst IT-Lösungen, die zum Betrieb von Querschnittsdiensten benötigt werden.


Querschnittsdienst

Ein Querschnittsdienst ist ein IT-Dienst, der in unterschiedlichen Verwaltungseinheiten stets in ähnlicher oder gleicher Form anfallende Aufgaben unterstützt und auch von Fachdiensten genutzt wird. Beispielhaft seien hier Personalverwaltung, Beschaffung und Haushaltswesen genannt.


R

Referenzarchitektur

Eine Referenzarchitektur ist eine idealtypische Architektur für einen definierten Anwendungsbereich. Sie beschreibt implementierungsunabhängig das Verhalten und Zusammenspiel von Architekturbausteinen. Referenzarchitekturen sind Verallgemeinerungen über eine Vielzahl ähnlicher Lösungen für wiederkehrende Problemstellungen. Es handelt sich bei Referenzarchitekturen also nicht um Lösungsarchitekturen, die konkret implementiert werden.


S

Separation of Concerns

Das “Separation of Concerns”-Prinzip besagt, dass IT-Komponenten eine klar definierte Aufgabe erfüllen sollen. IT-Komponenten bilden somit modulare Teillösungen für IT Lösungen. Sie können leicht weiterentwickelt, eingesetzt und ausgetauscht werden. Die Einhaltung des „Separation of Concerns“-Prinzips erleichtert somit die Weiterentwicklung von IT-Lösungen und ermöglicht die Wiederverwendung von IT-Komponenten.


Service

Ein Anwendungsdienst stellt die Funktionalität von Anwendungskomponenten für ihre Umgebung bereit.


Sichere Systemkonfiguration

Eine sichere Systemkonfiguration beschreibt die Anpassung der Standardkonfiguration von IT-Lösungen mit dem Ziel, die zu betreffenden Dienste und IT-Lösungen vor Angriffen zu schützen.


T

Technologie-Stack

Ein Technologie‑Stack (oft auch Tech‑Stack) ist die Gesamtheit aller Technologien, die zusammen eine Anwendung, ein System oder einen digitalen Service ermöglichen. Er beschreibt also, welche Bausteine im Hintergrund zusammenarbeiten, um eine IT-Lösung bereitzustellen.


Terminologie des Föderalen IT-Architekturmanagements

Terminology for information technology and architecture management


TOGAF

TOGAF (The Open Group Architecture Framework) ist ein Framework und eine Methode, um Enterprise-Architekturen systematisch zu entwickeln, zu planen, umzusetzen und zu steuern.


V

Verwaltungs-IT

Die Verwaltungs-IT, bzw. die IT der öffentlichen Verwaltung, umfasst alle informationstechnischen Bestandteile, über die die öffentliche Verwaltung zur Unterstützung ihres Auftrages verfügt. Dies schließt alles von der verwendeten Hardware bis hin zu internen Fach- und Querschnittsdiensten sowie IT-Dienstleistungen für Externe ein.


VS-IT

VS-IT umfasst die IT, die für die Handhabung von Verschlusssachen (VS) eingesetzt wird.


VSV-IT

VSV-IT umfasst die IT, die für die Handhabung von VS-VERTRAULICH oder höher eingestuften Verschlusssachen eingesetzt wird. Zur Sicherstellung der Geheimhaltung von VS-VERTRAULICH oder höher eingestuften Verschlusssachen beim Einsatz von IT ist ein Informationssicherheitskonzept mit Aussagen zu Sicherheitsfunktionen wie Zugangs- und Zugriffskontrollsysteme, sowie zur Abstrahlsicherheit der Hardware zu erstellen und umzusetzen.


W

Wertstrom

Eine Folge von Aktivitäten, die ein Gesamtergebnis für einen Bedarfsträger, Stakeholder oder Nutzenden schaffen.


Z

Zielbild

Ein Zielbild ist die Beschreibung eines zu erreichenden Zielzustands.